Rechtsanwalt Ciobanu | Yorckstraße 11, 30161 Hannover

Einzelunternehmen

 
 

Einzelunternehmen


Das Einzelunternehmen ist der direkteste und einfachste Weg in die neue Selbständigkeit, vor allem, weil Sie dabei nicht auf andere Personen angewiesen sind. In dem Beitrag über Rechtsformen haben wir bereits die Grundzüge der Konstituierung eines Unternehmens erörtert und die erste Einteilung in Einzelunternehmen und Gesellschaften vorgenommen. Ausführliche Informationen zu den Personen- und Kapitalgesellschaften sowie weiteren möglichen Gesellschaften finden Sie unter dem Beitrag: Gesellschaftsformen.


 

Was ist eine Einzelunternehmer?


Möchten Sie sich alleine selbständig machen und nicht gerade eine Kapitalgesellschaft gründen, dann ist das Einzelunternehmen eine sinnige Sache. Beim Einzelunternehmen liegt alles in einer Hand. Einzelunternehmer ist, wer alleiniger Inhaber und Leiter des Unternehmens ist und keine Mitverantwortlichen oder stillen Teilhaber hat. Sobald mehr als eine Person federführend am Unternehmen beteiligt ist, ganz gleich ob aktiv oder passiv, handelt es sich um kein Einzelunternehmen mehr, sondern um eine Gesellschaft (GbR o. OHG). Damit bildet das Einzelunternehmen das Gegenstück zur Gesellschaft.


 

Vor- und Nachteile: Warum Einzelunternehmen?


Das Dasein als Einzelunternehmer bietet viele Privilegien und man könnte meinen, es gestalte sich stressfreier und unbürokratischer. Doch gilt es die zusätzlichen Risiken und Gefahren zu berücksichtigen.

Der unkomplizierteste und einfachste Weg in die wirtschaftliche Selbständigkeit als Einzelunternehmer ist das Ausfüllen eines Fragebogens zur steuerlichen Erfassung und das Versenden des gleichen ans zuständige Finanzamt. Kurze Zeit später wird einem postalisch eine Steuernummer zugeteilt, woraufhin die wirtschaftliche Tätigkeit sofort aufgenommen werden kann.

Als Einzelunternehmer sind Sie alleiniger Führer Ihres Unternehmens und für alles vollverantwortlich. Andererseits vereinnahmen Sie auch alle Gewinne uneingeschränkt und entscheiden selbst, was mit den Umsätzen geschieht, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln oder welche Sparten ausgebaut werden sollen.

Zur Gründung eines Einzelunternehmens ist in aller Regel kein gesondertes Stammkapital notwendig, zumindest ist dies nicht gesetzlich vorgeschrieben. Da großflächige bürokratische Arbeiten auch ausbleiben, können Sie die Gründung in Eigenregie vornehmen und die Gründungskosten damit auf ein Minimum reduzieren.

Der Einzelunternehmer unterliegt keiner gesetzlichen Buchführungspflicht (Abgabe der Einnahmenüberschussrechnung reicht aus), was Ihnen als Zeit-, Arbeits- und Finanzersparnis zu Gute kommen kann. Dennoch sollten Sie Ihre Vertragsunterlagen und Dokumente sorgfältig aufbewahren.

All diese Freiheiten haben jedoch auch Ihren Preis. Einzelunternehmer entscheiden zwar allein, doch haften Sie dafür ebenso frei. Die einzelunternehmerische Haftung ist grundsätzlich unbeschränkt, d.h. im Schaden- oder Schuldenfall haftet der Einzelunternehmer vollumfänglich, sowohl mit Betriebsvermögen als auch mit seinem Privatvermögen und Besitzstand. Daher ist die Rechtsform des Einzelunternehmers nicht gerade risikolos.


 

Einzelunternehmen im Überblick: Welche Möglichkeiten gibt es?


Einzelunternehmer ist nicht gleich Einzelunternehmer. Wie auch bei den Personen- und Kapitalgesellschaften gibt es für den Einzelunternehmer verschiedene Rechtsformen zur Auswahl. Eine sorgfältige Abwägung und Risikobetrachtung sind empfehlenswert.

Ferner spielen Umsätze und erwartete Gewinne sowie Ausbaumöglichkeiten eine Rolle bei der Konstituierung, da einige Modelle gesetzlich bis zu einer Umsatzgrenze zulässig sind, ab dann jedoch umgewandelt werden müssen. Haftungsfragen fallen ebenfalls ins Gewicht, beispielsweise wenn bei risikoreichen Vorhaben eine ausnahmsweise Haftungsbegrenzung erstrebt wird.


 
Im Folgenden ein Überblick über mögliche Rechtsformen:

  • Eingetragener Kaufmann
  • Kleinunternehmer
  • Freiberufler
  • Ein-Personen-GmbH
  • Ein-Personen-AG
  • UG (haftungsbeschränkt)

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    Wer oder was ist eingetragener Kaufmann? (e.K.)


    Eingetragener Kaufmann oder eingetragene Kauffrau (e.K.; e.Kfr. oder e.Kfm.) sind legal definiert. Nach dem Handelsgesetzbuch ist Kaufmann jeder, der ein Handelsgewerbe betreibt. Dabei ist ein Handelsgewerbe jedes Gewerbe, außer wenn es nach Umfang oder Art keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert.

    Die Beurteilung dessen, ob es sich um einen in kaufmännischer Weise geführten Geschäftsbetrieb handelt, bestimmt sich unter anderem an der potenziellen Höhe der Umsätze und des Gewinnes, des Betriebskapitals, der Anzahl und Kompetenzen der Mitarbeiter sowie der Inanspruchnahme von Finanzdienstleitungen oder des Unterhaltens verflochtener Geschäftsbeziehungen.

    Als Kaufmann genießt man eine hohe Reputation und ist bei kleinen und mittelständischen Unternehmen gut angesehen. Ein Mindestkapital ist nicht vorgeschrieben und muss daher auch nicht nachweisbar sein.

    Dafür ist die Haftung umso umfangreicher. Als Kaufmann haften Sie im Eintrittsfalle vollumfänglich mit Ihrem gesamten Vermögen. Auch die Formalitäten der Gründung sind umfangreicher als bei anderen Unterfangen, zumal auch ein Eintrag ins Handelsregister erforderlich ist.

    Wie sich die laufenden Kosten verhalten, ist stark abhängig vom Ausmaß des wirtschaftlichen Schaffens und den Zahlen am Ende des Jahres. Bis zu einer bestimmten Grenze genügt trotz des Handelsregistereintrags das Vorlegen einer einfachen Einnahmenüberschussrechnung. Übersteigen die Erlöse aus Umsätzen jedoch 600.000€ oder weisen Sie einen Überschuss von mehr als 60.000€ aus, dann unterliegen Sie automatisch der doppelten Buchführungspflicht, was mit einem nicht zu unterschätzenden bürokratischen Aufwand einhergeht.

    Als Kaufmann haben, respektive dürfen Sie keine Partner, Mitentscheider oder stille Teilhaber haben. Gerade die Allzuständigkeit und das Alleinsein zeichnet den Einzelunternehmer aus. Soll nun ein Geschäftspartner aufgenommen werden, muss eine unverzügliche Umfirmierung stattfinden. Ebenso verhält es sich bei größeren Vorhaben. Planen Sie beispielsweise die Finanzierung Ihres Unternehmens oder den Ausbau von Teilen Ihres Betriebes über Investoren und Beteiligte, können Sie nicht mehr als Kaufmann auftreten.

    In diesem Fall muss das Einzelunternehmen aufgelöst und eine Gesellschaft gegründet werden. Je nach Spezifikationen der Lage, stehen sodann die Rechtsformen der verschiedenen Personen- und Kapitalgesellschaften zur Auswahl.


     

    Kleinunternehmen vs. Kleingewerbe


    Kleinunternehmen und Kleingewerbe werden meist synonym verwendet, zumindest hat sich dieser sprachliche Trugschluss so etabliert. Es gibt Konstellationen, in denen beides zusammentreffen kann, aber nicht auch zwangsläufig muss.


     

    Was ist ein Kleingewerbetreibender?


    Als die einfachste und unkomplizierteste Gründungsart, ist das Kleingewerbe nicht ins Handelsregister einzutragen. Kleingewerbetreibender ist nach dem Handels- und Gewerberecht jeder Gewerbetrieb, der nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Gewerbebetrieb nicht erfordert. Nach der Rechtsprechung ist ein Gewerbe jede legale unternehmerische Tätigkeit, die


  • auf eigene Rechnung,
  • in eigener Verantwortung,
  • auf Dauer und
  • nach außen erkennbar,
  • gegen Entgelt ausgeübt wird, um Gewinn zu erzielen.

  • Kleingewerbetreibende sind daher keine Kaufleute im Sinne des Handelsgesetzbuches. Daher unterliegen diese vornehmlich wegen des stark eingeschränkten Geschäftsumfanges nicht den anspruchsvollen Erwägungen des Handelsgesetzbuches. Für sie gilt weiterhin das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).

    Anders als beim Kleinunternehmer, können Kleingewerbetreibende auch in einer Gesellschaft sein. Schließen sich zwei oder mehr Personen zur Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammen und führen sie kein in kaufmännischer Weise betriebenes Geschäft, sind sie auch Kleingewerbetreibende.


     

    Was ist ein Kleinunternehmer?


    Wer hingegen Kleinunternehmer ist, bestimmt sich allein nach dem Umsatzsteuerrecht.

    Hier bietet § 19 UStG (Umsatzsteuergesetz) die sog. Kleinunternehmerregelung an. Danach ist Kleinunternehmer, wer im ersten Jahr nicht mehr als 17.500€ und im zweiten und allen weiteren Jahren voraussichtlich nicht mehr als 50.000€ Umsatz erwirtschaften wird.

    Kleinunternehmer müssen auf Ihren Rechnungen auch keine Umsatzsteuer ausweisen und sind von monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen befreit. Andererseits schwindet damit jedoch auch das Recht, die Umsatzsteuer für betriebliche Einkäufe erstatten zu lassen.

    Die Regelung des Kleinunternehmens bringt verschiedene Vor-und Nachteile mit sich. Die Inanspruchnahme der Regelung ist jedoch nicht obligatorisch, sondern eben nur möglicher Anspruch.

    Während man sich als Kleinunternehmer zu Gute halten kann, dass man sich keine Gedanken um die richtige Besteuerungsart für Produkte und Dienstleistungen machen muss, geringeren formal-bürokratischen Aufwand hat und nicht in ständiger Verrechnung des durchlaufenden Postens Umsatzsteuer steht, beklagen andere wiederum, die auf die Kleinunternehmerregelung freiwillig verzichten, dass sie von möglichen Kunden nicht ernst genommen werden, Vorsteuern aus anfänglichen Investitionen geltend machen wollen oder ohnehin Expansionen und Ausbauten planen, sodass der Umsatz bald die Grenze überschreiten werde. Letzten Endes bedarf die Entscheidung einer guten Abwägung.

    Zusammenfassend lässt sich festhalten, wer nach dem Umsatzsteuerrecht die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmt, ist Kleinunternehmer. Ein Kleinunternehmer, der eine Gewerbe betreibt, ist in aller Regel dann auch ein Kleingewerbetreibender.

    Andersherum aber ist ein Kleingewerbebetreibender erst dann auch Kleinunternehmer, wenn er unter den entsprechenden gesetzlichen Grenzen hinsichtlich des Jahresumsatzes liegt und die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmt.


     

    Was sind Freiberufler?


    Freiberufler sind ein Sonderfall unter den Selbständigen und genießen einige Privilegien.

    Eine abschließende Aufzählung darüber, wer alles Freiberufler ist, existiert nicht und ist vom Finanzamt im Einzelfall final zu bestimmen. Aufgrund von Wandel und Fortschritt, verändern sich Berufsbilder und es kommen immer wieder neue hinzu. Daher obliegt die Entscheidung einer Einzelfallprüfung. Ob man Freiberufler ist oder nicht, kann nicht selbst entschieden werden

    Die Tätigkeit als Freiberufler kann dadurch umzeichnet werden, dass sie nicht dem Gewerberecht und Gewerbesteuerrecht unterliegt, in der Regel besondere Fachkenntnisse und Kompetenzen erfordert, meist eine Dienstleistung darstellt und selbständig als wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, erzieherische oder unterrichtende Arbeit ausgeübt wird.

    Freiberufler ist in jedem Falle, wer einen freien Beruf ausübt. Freie Berufe nach § 18 EStG (Einkommenssteuergesetz) sind unter anderem:

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Hebammen, Heilmasseure, Diplom-Psychologen,
  • Mitglieder der Rechtsanwaltskammern, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte,
  • vereidigten Buchprüfer (vereidigte Buchrevisoren) und Steuerbevollmächtigten,
  • Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Lotsen, hauptberufliche Sachverständige,
  • Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer und ähnliche Berufe sowie Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Lehrer und Erzieher
  • Diese Liste erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist nicht abschließend. Neuere ähnliche Berufe wie z.B. Designer, Web-Designer, Musiker oder Berater und Coach können ebenfalls den Status des freien Berufes erhalten. Dies wird jedoch vom Finanzamt einzeln beurteilt. Es kann hilfreich sein, den Status als Freiberufler vorher von der zuständigen Industrie- und Handelskammer prüfen zu lassen, bevor die Angelegenheit zur Entscheidung dem Finanzamt übergeben wird. Freiberufler unterliegen nicht der Gewerbeordnung und müssen auch kein Gewerbe anmelden. Folglich müssen Sie auch keine Gewerbesteuer zahlen. Auch die Pflicht zur doppelten Buchführung wird ihnen erlassen, sodass eine einfach Einnahmenüberschussrechnung völlig ausreicht. Als Freiberufler sind Sie zunächst alleine tätig und arbeiten vollverantwortlich auf eigene Rechnung, können jedoch auch Angestellte haben. Kommt es zu einem Zusammenschluss mehrerer Freiberufler, so werden dieser unter der Rechtsform der Partnerschaftsgesellschaft (PartG) zusammengeführt. Davon unberührt bleibt das Zusammenarbeiten als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Der Vorteil der Gewerbesteuerbefreiung greift jedoch auch hier, sofern es sich bei allen Gesellschaftern um Freiberufler handelt. Für die Tätigkeit als Freiberufler bedarf es keines Startkapitals. Jedoch haftet der Freiberufler vollumfänglich mit seinem gesamten (Privat-)Vermögen. Aufgrund dieser unbeschränkten privaten Haftung, ist es als Freiberufler exorbitant wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema der Versicherung für Freiberufler auseinanderzusetzen.


     

    Was sind Einpersonengesellschaften?


    Neben den bereits aufgezählten Rechtsformen zur geschäftlichen Betätigung als Einzelperson, können auch einige Arten von Gesellschaften im weitesten Sinne in Betracht kommen.

    Hierunter fallen z.B. die Ein-Personen-GmbH oder die Ein-Personen-AG. Ferner bedarf es für die Gründung einer Unternehmensgesellschaft (haftungsbeschränkt), respektive einer Ein-Euro-GmbH oder Mini-GmbH auch nur einer Einzelperson. Diese Rechtsformen werden, da Sie Gesellschaften sind, für dessen Gründung nur eine Einzelperson erforderlich ist, im Alltagsgebrauch auch Einpersonengesellschaften genannt.


     

    Was ist eine Ein-Personen-GmbH?


    Die Ein-Personen-GmbH ist im Grunde nichts anderes als die Erweiterung eines Einzelunternehmens. Hierbei wird die GmbH als eigene juristische Person konstituiert und man selbst ist als Geschäftsführer eigener Angestellter dieser GmbH und kann zu Teilen von steuerlichen Regelungen profitieren.

    Bei der Gründung sind einige weitere formale Hürden zu nehmen und das gesetzlich vorgeschriebene Startkapital von 25.000€ aufzubringen. Die Kehrseite des hohen Startkapitals ist die Haftungserleichterung. Gleich der regulären GmbH haften Sie im Schaden- oder Schuldenfall hier ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen. Das Privatvermögen bleibt unangetastet.

    Bezüglich der weiteren Einzelheiten kann auf die GmbH unter dem Beitrag Gesellschaftsformen verwiesen werden. Zu beachten gilt, dass auch die Ein-Personen-GmbH eine Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen muss, ebenfalls der Körperschaftssteuer unterliegt und auch dass der Geschäftsführer eigene Sorgfaltspflichten hat. Mit Einführung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) und der Möglichkeit der Konstituierung mit nur einer Person wurden einige Erleichterungen der Ein-Personen-GmbH abgeschafft. Die dafür erleichterte Prozedur bei der Gründung einer UG zielte genau auf den Fall von Einzelpersonen ab, die sich keine vollumfängliche Haftung aufbürden wollten. Daher sind Ein-Personen-GmbHs heutzutage eher unüblich und veraltet.


     

    Was ist eine Ein-Personen-AG?


    Die Ein-Personen-AG, auch kleine AG genannt, ähnelt in Ihren Grundzügen der regulären Aktiengesellschaft, kann aber in Form der kleinen AG auch von einer Einzelperson gegründet werden. Diese Art der Rechtsform empfiehlt sich eher für große Vorhaben oder solche mit klarer Perspektive und Nachhaltigkeit.

    Die Gründungsmodalitäten bei der Ein-Personen-AG sind wesentlich umfangreicher als z.B. bei der GmbH-Gründung. Die kleine AG erfordert schon in Ihrem formalen Aufbau, die Errichtung von drei Pflichtorganen: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat ist mit mindestens drei Personen zu besetzen, die mit der Aufsicht und Überwachung des Unternehmens betraut sind. In kritischen und wegweisenden Fragen, muss diesem Aufsichtsrat Rede und Antwort gestanden werden, was die unternehmerische Freiheit einschränkt. Im Falle der Ein-Personen-AG besteht der Vorstand nur aus einer Person: dem Gründer. Dies ist der Unterschied zum Vorstandsgremium der großen AG.

    Vorteil der Ein-Personen-AG ist jedoch, dass Gesellschaftsanteile schnell und einfach übertragen werden können, wodurch Eigenkapital herbeigeschafft werden kann. Da die kleine AG wie auch Ihre große Schwester zu den Kapitalgesellschaften gehört, sind Gesellschaft und Gesellschafter getrennt zu betrachten, sodass ein Wechsel in den Reihen der Aktionäre keine Auswirkungen auf den Bestand der Ein-Personen-AG hat. Dies wirkt sich nach außen hin mit einer höheren Reputation und Seriosität aus. Des Weiteren steht einem späteren Einstieg an der Börse nichts entgegen.

    Ferner greift die Haftungserleichterung dahingehend, dass insgesamt nur bis zur Höhe des Betriebsvermögens und jeder Aktionär nur bis zu Höhe seiner Geschäftsanteile haftet. Das Privatvermögen bleibt unberührt. Hierfür muss die kleine AG jedoch ins Handelsregister eingetragen werden. Dadurch wird eine Ein-Personen-AG nämlich erst zur selbständigen juristischen Person.

    Zu den Nachteilen der Ein-Personen-AG zählen z.B. im Vergleich zur Ein-Personen-GmbH und zur UG der enorm hohe, organisatorische und formale Aufwand sowie das weitaus höhere Startkapital von insgesamt 50.000€.

    Außerdem sind auch die laufenden Organisationsaufwände zu berücksichtigen. Das Aufstellen der Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, die Buchführung allgemein und die Publizierung der Zahlen sind allesamt gesetzlich sehr streng geregelt. Dies schränkt die unternehmerische Entscheidungsfreiheit und den wirtschaftlichen Spielraum stark ein.


     

    Was ist eine Unternehmergesellschaft (UG) (haftungsbeschränkt? Was ist eine Ein-Euro-GmbH bzw. Mini-GmbH?


    Als jüngste in Deutschland geschaffene Rechtsform, kann die Unternehmergesellschaft bereits mit einem Gesellschafter gegründet werden. Daher zählt sie zu den Einzelunternehmen, kann aber aufgrund des eingebrachten Kapitals auch als Kapitalgesellschaft betrachtet werden. Wird die UG alleine oder mit maximal zweit weiteren Personen gegründet, so können die vereinfachten Gründungsmodalitäten in Anspruch genommen werden.

    Neben der vereinfachten Gründungsvoraussetzungen, ist lediglich ein Startkapital von 1 € erforderlich, kann nach obenhin jedoch beliebig aufgestockt werden. Aufgrund der Kapitaleinlage und den ähnlichen Strukturen, wird die UG als kleine Schwester der GmbH auch als Mini GmbH oder Ein-Euro-GmbH bezeichnet.

    Kehrseite des geringen Starkapitals ist, dass ein Minimum von 25% des regelmäßigen Umsatzes als Rücklage in die Gesellschaft eingebracht werden muss, so lange, bis das Stammkapital einer GmbH in Höhe von 25.000€ erreicht worden ist. Die UG ist daher eine Art Starthilfe zur GmbH. Es kann ratsam sein, das Unternehmen mit mehr als nur dem gesetzlich vorgeschriebenen Euro zu gründen, da sonst schon nach Versand des ersten Briefes der Bankrott droht (und womöglich die Frage der Insolvenzverschleppung im Raum stünde).

    Von immensem Vorteil ist jedoch, dass die Haftung, wie bei anderen Kapitalgesellschaften, ausschließlich auf das Betriebsvermögen beschränkt ist, sodass private Vermögenswerte und Gegenstände nicht angetastet werden dürfen. Die UG bietet diese Haftungserleichterung als einzige Gesellschaft schon vor Erreichen des regulären Mindestkapitals.

    Die UG (haftungsbeschränkt) unterliegt der Eintragungspflicht ins Handelsregister und den Vorschriften den § 3 GmbHG. Hiernach muss ein Gesellschaftsvertrag aufgesetzt werden, aus dem sich mindestens die Firma und der Sitz der Gesellschaft, der Gegenstand des Unternehmens, der Betrag des Stammkapitals sowie die Geschäftsanteile ergeben.

    Ferner sind Sie dazu verpflichtet, Ihre Haftungsbeschränkung nach außen hin offenkundig zu machen, sodass sie bei Ihrer Firmierung immer den Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“ ausweisen müssen.

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