Rechtsanwalt Ciobanu | Yorckstraße 11, 30161 Hannover

Verkehrsunfall

 
 

Wie verhalte ich mich bei einem Verkehrsunfall?

Rechtsanwalt beauftragen

Als Geschädigter eines unverschuldeten Verkehrsunfalles haben Sie meist schon genug eigene Sorgen. Gut zu wissen, dass Sie nach einem Verkehrsunfall das Recht haben, unverzüglich einen Rechtsanwalt ihres Vertrauens mit der Sache zu beauftragen. Nur ein spezialisierter Rechtsanwalt kann die Schadensregulierung wirklich all Ihrer Ansprüche für Sie gewährleisten und ihre Rechte schnell und effektiv durchsetzen. Da es als Geschädigter Ihr gutes Recht ist, unverzüglich einen Rechtsanwalt zu beauftragen, entstehen für Sie keine weiteren Kosten. Diese werden – vorbehaltlich seltener Ausnahmen - gänzlich von der Gegenseite übernommen.

Ich vertrete Sie in allen verkehrsrechtlichen Angelegenheiten und wickele Ihren Schaden schnell und vollständig ab, damit Sie Ihr gutes Recht bekommen. Nach dem Verkehrsunfall übernehme ich für Sie sowohl die außergerichtliche Schadensregulierung mit Versicherern, Unfallbeteiligten, der Polizei und etwaigen Sachverständigen als auch, sofern erforderlich, die Durchsetzung Ihrer Ansprüche vor Gericht.

Grundregeln nach einem Verkehrsunfall:

  • Ruhe bewahren
  • Keine unseriösen Angebote annehmen
  • Im Zweifel immer Schweigen
  • Kein Schuldanerkenntnis
  • Rechtsanwalt für Verkehrsrecht beauftragen

Immer wieder erlebe ich, dass Geschädigte eines Verkehrsunfalles auf Ihre Rechte verzichten und sich selbst das Leben schwer machen, weil Sie es nicht besser wissen oder schlecht beraten sind. Daher hier die wichtigsten Grundregeln von ihrem Rechtsanwalt für Verkehrsrecht als Basis für die Durchsetzung all Ihrer Ansprüche.

Auch, wenn es sich bei einem Unfall um ein unvorhergesehenes und schockierendes Erlebnis handelt, gilt es zunächst Ruhe zu bewahren.

Selbstverständlich sollten Sie zuerst die Unfallstelle absichern, andere Verkehrsteilnehmer auf die Unfallstelle hinweisen und sich vergewissern, ob einer der Unfallbeteiligten verletzt ist. In diesem Fall rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter der Nummer 112 und melden Sie den Vorfall. Beginnen Sie dann Erste Hilfe zu leisten. Verändern Sie die Fahrzeugpositionen nicht, bevor diese nicht dokumentiert sind.

Unfallbericht: Rufen Sie die Polizei

Aber auch bei einem Verkehrsunfall ohne Personenschaden ist es immer ratsam die Polizei hinzuzuziehen. Oft kommt es vor, dass die Polizei Sie bei reinen „Blechschäden“ abwimmeln möchte und keinen Handlungsbedarf sieht. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken. Nach einem Runderlass des Niedersächsischen Innenministeriums vom 12.04.2016 ist die Landespolizei in Niedersachsen zur Aufnahme und Bearbeitung von Straßenverkehrsunfällen verpflichtet (RdErl. d. MI v. 12. 4. 2016 – 22.2 -12322/2.1 –).

Die Polizei wird den Schaden vor Ort aufnehmen und Ihnen die Daten der anderen Unfallbeteiligten und deren Versicherer mitteilen sowie ein Aktenzeichen unter dem der Vorgang bei der Polizei geführt wird.

Nur bei eindeutigen Sachverhalten und Haftungslagen, Bekanntheit aller Personalien und keinem Verdacht auf Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten wird das sog. Vereinfachte Verkehrsunfallverfahren angewendet. Hierbei wird der Unfall vor Ort auf einem polizeilichen Vordruck aufgenommen und abschließend bearbeitet. Anschließend erhalten alle Unfallbeteiligten eine Durchschrift. Da diese nur ein Bleistiftdurchdruck ist, empfehle ich den Unfallbericht schnellmöglich zu kopieren oder zu scannen, um die Leserlichkeit zu sichern.

Sicherung von Beweisen

Der Unfallbericht der Polizei ist ein elementares Beweismittel zur späteren Geltendmachung Ihrer rechtlichen Ansprüche. Darüber hinaus ist es jedoch unerlässlich, dass Sie die Beweise vor Ort selbst sichern. Machen Sie so viele Fotoaufnahmen wie möglich, um den Unfallhergang, die Stellung der Fahrzeuge und die Schäden zu dokumentieren. Insbesondere sind Bildaufnahmen hilfreich von:

  • Verkehrslage, Straße und Umgebung
  • Beschilderungen, Lichtzeichenanlagen (Ampeln) usw.
  • Linienführungen auf Straßen
  • Endposition der Fahrzeuge nach dem Unfall
  • Detaillierte Dokumentation der Schäden am eigenen Fahrzeug
  • Detaillierte Dokumentation der Schäden am gegnerischen Fahrzeug

Die meisten denken daran Bilder vom Unfall und ihrem eigenen Fahrzeug zu machen, die wenigsten jedoch daran Bilder vom gegnerischen Fahrzeug und der Verkehrsführung zu machen. Beginnen Sie immer mit dem, was Sie später nicht mehr haben: dem gegnerischen Fahrzeug und der Straßen. Ihre Schäden können sie dann immer noch dokumentieren. Meist geben Straßenführung, Beschilderung, Lichtzeichenanlagen und Linienführung relevante Hinweise für spätere Haftungsfragen. Ferner ist es wichtig, den Zustand der Fahrzeuge zu dokumentieren, da ich immer wieder erlebe, dass Vorschäden am gegnerischen Fahrzeug verschwiegen werden, es zu unerwähnten Schadensüberlagerungen kommt oder sich die Schäden am gegnerischen Fahrzeug „mehren“.

Ferner bietet es sich an, selbst einen Unfallbericht anzufertigen. Dieser sollte den Unfallort, Tag und Uhrzeit, Name und Anschrift aller Beteiligten sowie deren Versicherungen, Name und Anschrift aller Zeugen, Details zum Unfallhergang und eine Unfallskizze beinhalten. Ihre Feststellungen lassen Sie anschließend von allen Beteiligten und Zeugen unterschreiben. Damit sind Sie immer auf der sicheren Seite

Zeugen

Zeugen sind ein wichtiges Beweismittel zur Geltendmachung von Ansprüchen und deren späterer Durchsetzung vor Gericht. Augenzeugen nehmen die Situation vor dem Verkehrsunfall meist anders und umsichtiger wahr als Unfallbeteiligte, die in ihren Fahrzeugen sitzen. Angaben von Zeugnissen hinsichtlich des Unfallverlaufes und des vorangegangenen Fahrverhaltens der Unfallbeteiligten sind sehr nützliche Hilfsmittel für die spätere Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Daher vergewissern Sie sich schnellstmöglich nach einem Verkehrsunfall, ob Augenzeugen vor Ort sind, seien es nun Fußgänger, Anwohner, Fahrradfahrer oder andere Autofahrer. Gerade an Werktagen und in Wohngebieten sind Zeugen selten zu finden und reagieren eher passiv bzw. möchten schnell weiter. Gehen Sie aktiv auf Zeugen zu und sprechen Sie diese an, ob sie den Unfallhergang bezeugen können. Bitten Sie sie, bis zum Eintreffen der Polizei zu warten. Andernfalls, lassen Sie sich unbedingt, Name, Anschrift und Telefonnummer des Zeugen geben, um zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen zu können.

Verhalten gegenüber der Polizei

Nicht immer tritt die Polizei als Freund und Helfer auf. Denken Sie daran: Zu einem Verkehrsunfall gehören immer zwei, von denen mindestens einer etwas falsch gemacht hat. Daher hat die Polizei natürlich auch immer die Pflicht, dem Verdacht von möglichen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten nachzugehen, sodass aus einem Unfallbeteiligten schnell ein Beschuldigter werden kann. Daher empfiehlt es sich, Ruhe zu bewahren, zu schweigen und schnellstmöglich mit ihrem Rechtsanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht Kontakt aufzunehmen.

Sie sind nicht verpflichtet gegenüber der Polizei Angaben zur Sache zu machen, geschweige denn etwas zu unterschreiben. Im Zweifel weisen Sie sich nur aus und machen Angaben zu Ihrer Person. Alles weitere übernehme ich dann für Sie.

Unterschreiben Sie auf gar keinen Fall vor Ort ein Schuldanerkenntnis! Räumen Sie auch keine eigenen Fehler ein, äußern Sie sich nicht zu der Sache und bezahlen Sie auch keine Verwarngelder vor Ort, da diese später als Schuldanerkenntnis gewertet werden könnten.

Geltendmachung von Ansprüchen

Sollten Sie die o.g. Schritte beherzigen, maximieren Sie Ihre Erfolgsaussichten. Dennoch ist es ratsam einen spezialisierten Rechtsanwalt zu beauftragen, damit Sie auch wirklich alles bekommen, was Ihnen zu steht. Meist wissen Betroffene gar nicht, was Ihnen alles an Rechten und Ansprüchen zusteht. Daher ist die Beauftragung eines Verkehrsrechtlers die schnellste und sicherste Methode, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Vorsicht: Keine unseriösen Angebote annehmen

Obacht und Skepsis ist geboten, wenn Ihnen jemand ohne Nachfrage die gesamte Unfallabwicklung anbietet. Dies ist ein geläufiger Schachzug von gegnerischen Versicherern, Werkstätten oder Autovermietungen, um eigene Kosten zu senken oder eigene Profite zu generieren. Betroffene werden hier meist nicht vollumfänglich über Ihre Rechte und Auswahlmöglichkeiten aufgeklärt. Denken Sie daran: Sie sind der Geschädigte und Sie können frei wählen, ob und welchen Anwalt Sie beauftragen, ob Sie den Wagen reparieren lassen oder doch Schadenersatz in Geld verlangen möchten, ob Sie einen Mietwagen in Anspruch nehmen oder Nutzungsausfall in Geld geltend machen möchten.

Gerade bei telefonischen Angeboten der gegnerischen Versicherung ist Vorsicht geboten.

Aus anwaltlicher Sicht kann ich Ihnen nur raten, schlagen Sie jedes Angebot erstmal aus und nehmen Sie unverzüglich mit Ihrem Rechtsanwalt des Vertrauens Kontakt auf. Meist versucht die gegnerische Haftpflichtversicherung nur eigene Kosten und Schäden zu minimieren. Hierbei besteht immer das große Risiko, dass unabhängige Berater wie Rechtsanwalt und Sachverständiger unterlaufen werden und Sie nicht all Ihre Ansprüche geltend machen können.

Wenden Sie sich mit Schreiben der Gegenseite am besten schnellstmöglich an den Anwalt Ihres Vertrauens und lassen Sie sich umfassend beraten. Nur so kann gewährleistet werden, dass Sie auch den vollen Schadensersatz bekommen, der Ihnen zusteht.

Sie hatten einen Verkehrsunfall, Probleme bei der Schadensregulierung oder Streitigkeiten mit der Versicherung? Dann rufen Sie mich an und vereinbaren Sie einen Termin. Ich übernehme dann die komplette Schadensabwicklung für Sie.

Schadensregulierung bei einem Verkehrsunfall?

Einführung in die Schadensregulierung

Schadensregulierung allgemein bezeichnet den Vorgang der Regulierung und des Ausgleichs aller entstandenen Schäden aus dem Verkehrsunfall. Diese können sowohl materieller (Sachschaden) als auch personeller (Personenschaden) Art sein.

Im § 249 Abs. 1 BGB heißt es: Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. In der Fachsprache verwendet man den Terminus: „Naturalrestitution“.

Dies hat zur Folge, dass Sie als Geschädigter so zu stellen sind, wie Sie ohne Unfall und Schaden dastünden. Mithin ist der Zustand herzustellen, der vor dem Unfallereignis herrschte. Das umfasst eine Reihe verschiedener Ansprüche von Schadenersatz für Sachschäden und Abschleppkosten über Ausgleichszahlungen für Mietwagen und Nutzungsausfall bis hin zum Ersatz von immateriellen Schäden wie Schmerzensgeld und Lohnfortzahlungen.

Wichtig für Sie: Sie haben keine Kosten zu tragen. Sofern der gegnerische Fahrer den Unfall allein verschuldet hat und Sie Geschädigter sind, haftet die Gegenseite für den gesamten entstandenen Schaden und alle Kosten. Dabei haben Sie verschiedene Ansprüche.

Sie können die gegnerische Haftpflichtversicherung in Anspruch nehmen, haben aber parallel auch einen vollwertigen Schadensersatzanspruch gegen den Halter des gegnerischen Fahrzeugs. Sollte dieser nicht identisch sein mit dem Fahrer, also nicht selbst gefahren sein, so haben Sie weiterhin noch einen gleichwertigen Anspruch gegen den Fahrzeugführer.

Anders liegt die Sache aber dann, wenn Sie ein etwaiges Mitverschulden trifft. In diesem Fall ist voranging die Haftungsfrage und die sog. Haftungsquote zu klären, d.h. wer für welchen Teil des Schadens verantwortlich ist und welche Regulierungen bis zu welcher Höhe vorzunehmen hat. Bei unklarer Haftungslage und offener Schuldfrage sollten Sie sich unverzüglich an einen Anwalt für Verkehrsrecht wenden, um Ihre Ansprüche nicht zu gefährden.

Ungeachtet dessen, hat jeder Geschädigte ab der ersten Stunde Anspruch auf rechtlichen Beistand und Beratung durch einen Rechtsanwalt. Die Rechtsanwaltskosten sind dann je nach Haftungsquote von der Gegenseite zu bezahlen.

Schadensfeststellung

Bei der Schadensfeststellung wird zunächst genau dokumentiert, welche Sachschäden Sie erlitten haben und welche Kosten mit der Behebung des Schadens einhergehen.

Hierbei gilt es die Schadensgrenze für „Bagatellschäden“ von 750,00€ zu beachten. Sollten die Reparaturkosten den Betrag i.H.v. 750,00€ nicht übersteigen, reicht ein einfacher Kostenvoranschlag mit Fotos zur Schadensregulierung aus.

Sollte es sich jedoch um einen größeren Schaden handeln, dessen Reparaturkosten 750,00€ übersteigen, haben Sie das Recht auf Feststellung der genauen Reparaturkosten durch einen anerkannten Sachverständigen. Dies gilt auch für Fälle in denen der Reparaturaufwand den Wiederbeschaffungsaufwand überstiegt (sog. wirtschaftlicher Totalschaden).

Der Sachverständige wird im Rahmen seines Schadensgutachtens alle Schäden dokumentieren und den gesamten Schaden genau beziffern. Ferner wird der Sachverständige den Wert Ihres Wagens vor und nach dem Unfall bezeichnen, den Wiederbeschaffungswert beziffern und festlegen, wie viele Reparaturtage anzusetzen sind. Hieraus ergibt sich dann die Dauer Ihres Anspruches auf ein Ersatzfahrzeug bzw. die zu entrichtende Summe der Nutzungsausfallentschädigung in Geld.

Sind sie Geschädigter eines Unfallereignisses haben sie grundsätzlich die freie Wahl Ihres Gutachters. Sie müssen sich nicht auf einen bestimmten Sachverständigen oder einen eigenen Sachverständigen der gegnerischen Haftpflichtversicherung verweisen lassen. Sollte der Unfall von Ihnen unverschuldet sein, sind die gesamten Kosten für das Schadensgutachten von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu bezahlen. Das Schadensgutachten hat in erster Linie Beweissicherungsfunktion, dient aber auch zur Bezifferung Ihres konkreten Schadensersatzanspruches. Gerade bei neueren Fahrzeugen stellt der Sachverständige auch eine durch den Unfall eingetretene Wertminderung des Fahrzeuges fest. Auch hier steht Ihnen ein Ausgleichzahlungsanspruch zu.

Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Fragen zur Schadensfeststellung haben. Durch meine jahrelange Erfahrung bei der Regulierung von Verkehrsunfällen kann ich Ihnen jederzeit einen unabhängigen Sachverständigen zur Erstellung Ihres Schadensgutachten vermitteln.

Reparatur des Fahrzeugs . / . Abrechnung auf Gutachtenbasis

Nach einem Verkehrsunfall haben Sie was die Hauptkosten betrifft die freie Wahl, ob der Schaden konkret oder fiktiv abgerechnet werden soll.

Konkrete Schadensabrechnung = Reparatur des Fahrzeugs

Bei der konkreten Schadensabrechnung lassen Sie den Wagen selbst reparieren oder erteilen einen Reparaturauftrag an eine freie Werkstatt Ihrer Wahl. Die Reparaturkosten können dann der gegnerischen Haftpflichtversicherung in Rechnung gestellt werden. Auch hier müssen Sie sich nicht an eine Partnerwerkstatt der gegnerischen Versicherung verweisen lassen.

Sollte Ihr Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt nicht älter als 3 Jahre sein oder durchgehend und lückenlos bei einer markengebunden Fachwerkstatt gewartet und inspiziert worden sein, haben Sie das Recht, Ihr Fahrzeug auch in „ihrer“ markengebundenen Fachwerkstatt reparieren zu lassen. In diesem Fall müssen Sie sich von der gegnerischen Versicherung auch nicht auf eine günstigere freie Werkstatt verweisen lassen. Dies gilt auch dann, wenn die Reparaturarbeiten aufgrund der Besonderheiten Ihres Fahrzeugs nur in einer markengebundenen Fachwerkstatt zuverlässig durchgeführt werden können.

Sollten die vom Sachverständigen angesetzten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs übersteigen, ist eine Reparatur unvernünftig und nicht sinnvoll (wirtschaftlicher Totschaden). In diesem Fall erhalten Sie den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges abzüglich des Restwertes. Ausnahmen gibt es, sofern Sie als Geschädigter ein besonderes, berechtigtes, ideelles Interesse (Affektionsinteresse) an dem Fahrzeug haben. Dies ist z.B. bei einem Liebhaber- oder Sammlerstück der Fall.

Übersteigen die Reparaturkosten die Wiederbeschaffungskosten um maximal 30%, so können Sie Ihren Wagen dennoch reparieren lassen, sofern die Reparatur sach- und fachgerecht und in dem vom Sachverständigen festgestellten Umfang erfolgt. Hierbei ist es jedoch – um dem Affektionsinteresse gerecht zu werden – erforderlich, dass Sie das Fahrzeug dann für mindestens weitere 6 Monate nutzen und es nicht veräußern.

Bei größerem Schaden und entsprechend höheren Reparaturkosten kann einem meist das nötige Geld fehlen, um die Reparaturkosten vorzuschießen. Das müssen Sie auch nicht. Sie können beispielsweise über eine sog. Sicherungsabtretung mit der Werkstatt vereinbaren, dass diese die Reparaturkosten direkt mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung abrechnet und sie nicht in Zahlung genommen werden. Es empfiehlt sich vor Erteilung des Reparaturauftrages an die Werkstatt, eine Kostenübernahmeerklärung der gegnerischen Haftpflichtversicherung einzuholen und diese der Werkstatt vorzulegen.

Sollten Sie hierzu Fragen habe, rufen sich mich gern an. Ich übernehme die komplette Reparaturabwicklung für Sie und hole die entsprechende Kostenübernahme der Versicherung ein, damit Sie keine Zahlungen zu befürchten haben.

Fiktive Schadensabrechnung = Auszahlung auf Gutachtenbasis

Möchten Sie Ihren Wagen nicht reparieren lassen, so können Sie den Schaden auch fiktiv abrechnen. Hierbei wird der Schaden auf Basis des eingeholten Sachverständigengutachtens bzw. Kostenvoranschlags reguliert, sodass Sie einen direkten Zahlungsanspruch gegen die gegnerische Versicherung haben.

Bei der Verrechnung der Stundensätze einer markengebundenen Fachwerkstatt gelten die gleichen Grundsätze wie bei der konkreten Schadensabrechnung (siehe oben). Ist ihr Wagen nicht älter als 3 Jahre alt oder durchgehend scheckheftgepflegt beim Vertragshändler, haben Sie Anspruch auf Auszahlung der vollen Stundensätze einer markengebundenen Fachwerkstatt Ihrer Region. Hinsichtlich der Höhe Ihres Zahlungsanspruchs ist dieser bei der fiktiven Abrechnung auf den vom Sachverständigen festgestellten Wiederbeschaffungswert begrenzt.

Von diesem Wiederbeschaffungswert wird dann jedoch der Restwert des Fahrzeuges abgezogen. Diesen müssen Sie sich anrechnen lassen. Eine Ausnahme davon ist die eigene Reparatur des Fahrzeugs. Wurde das unfallbedingt beschädigte Fahrzeug tatsächlich anderweitig sach- und fachgerecht Instand gesetzt und darauffolgend mindestens weitere 6 Monate genutzt, haben Sie Anspruch auf Auszahlung des gesamten Wiederbeschaffungswertes.

Einen Anspruch auf die im Sachverständigengutachten bezifferte Mehrwertsteuer haben Sie jedoch nur dann, wenn die Mehrwertsteuer auch tastsächlich anfällt. Sollten Sie Ihr Fahrzeug selbst reparieren oder Ihr Ersatzfahrzeug auf dem Gebrauchtwagenmarkt von einem Privaten kaufen, habe Sie keinen Anspruch auf Erstattung der Mehrwertsteuer, da diese hier nicht fällig wurde.

In diesem Fall beschränkt sich Ihr Zahlungsanspruch nur auf den im Sachverständigengutachten ausgewiesenen Netto-Betrag. Sollten Sie jedoch für die Eigenreparatur neue Fahrzeugteile gekauft haben, für die die Mehrwertsteuer im Rechnungsbetrag ausweisbar ist, haben Sie Anspruch auf Erstattung.

Bei Streitigkeiten mit der Versicherung hinsichtlich der Höhe und der Auszahlung ihres Schadensersatzanspruches auf Gutachtenbasis, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt auf und ich übernehme die Durchsetzung Ihrer Zahlungsansprüche für Sie.

Mietwagenkosten

Sei es nun die Reparatur des Fahrzeuges in einer Werkstatt oder bei einem Totalschaden die Dauer bis zur Neuanschaffung eines Wagens, Ihr eigenes Fahrzeug steht Ihnen nicht mehr zur Verfügung. Sollten Sie jedoch auf ein Fahrzeug angewiesen sein, so haben Sie das Recht auf einen Ersatzwagen bzw. einen Mietwagen. Aufgrund der heute üblichen, erheblichen Preisschwankungen sind in der Regel bis zu 3 Angebote von Autovermietungen einzuholen. Dies können Sie im besten Fall nachweisen.

Von den eingeholten Angeboten ist grundsätzlich das günstigste Angebot zu wählen, da Sie als Geschädigter eine Schadensmilderungspflicht haben. Das bedeutet, dass Sie angehalten sind, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Sinn und Zweck ist der Schutz der Gegenseite vor Missbrauch und bewusst in die Höhe getriebener Kosten.

Das heißt aber nicht, dass Sie sich auf jedes beliebige Fahrzeug verweisen lassen müssen. Die Schadensmilderungspflicht greift nur in einem zumutbaren und angemessenen Verhältnis, sodass Sie in jedem Fall ein gleichwertiges oder ähnliches Fahrzeug wie ihr verunfalltes anmieten können. Ist ihr Auto beispielsweise eine Luxuslimousine der Oberklasse, müssen Sie sich nicht auf einen Kleinwagen verweisen lassen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, entnimmt dem Schadengutachten die Fahrzeugklasse. Der Sachverständige vermerkt in Ihrem Schadengutachten welcher Fahrzeugklasse Ihr verunfallter Wagen zuzuordnen ist. Nehmen Sie das günstigste von 3 eingeholten Angeboten in der ausgewiesenen Fahrzeugklasse, sind Sie in jedem Falle auf der sicheren Seite.

Auch hier können Sie mit der Autovermietung eine sog. Sicherungsabtretung vereinbaren. So berechtigten Sie die Autovermietung direkt mit der gegnerischen Versicherung abzurechnen und müssen keine Kosten auslegen. Die vorherige Einholung einer Kostenübernahmeerklärung der Haftpflichtversicherung ist auch hier ratsam.

Nutzungsausfall

Wenn Ihr eigenes Fahrzeug nicht zur Verfügung steht und sie auch kein anderes Fahrzeug anmieten möchten, sollen sie nicht schlechter gestellt sein als mit Mietwagen. In diesem Fall steht Ihnen ein Anspruch auf Entschädigung in Geld wegen Nutzungsausfall zu.

Die Höhe des Nutzungsausfalls bestimmt sich anhand Ihres Fahrzeugtyps. Zu welcher Fahrzeugkasse Ihr Fahrzeug gehörig ist, kann dem Sachverständigengutachten entnommen werden. Dort ist auch beziffert wie hoch die Nutzungsausfallpauschale für ein Fahrzeug der benannten Fahrzeugklasse ist. Der Nutzungsausfall berechnet sich grundsätzlich pro angefangenen Tag und ist in Geld zu entschädigen. Bereits der erste Tag des Unfalls kann unter Umständen geltend gemacht werden.

Voraussetzung für die Nutzungsausfallentschädigung ist die Reparatur des Fahrzeugs oder die Neuanschaffung eines Fahrzeuges. Bei der Reparatur besteht ein Anspruch auf Nutzungsausfall für die Dauer der Reparatur zuzüglich der Dauer der Begutachtung durch den Sachverständigen. Bei der Neuanschaffung ergibt sich die Dauer für die Nutzungsausfall zu entrichten ist aus der Zeit der Begutachtung zuzüglich der Anzahl an Tagen, die im Sachverständigengutachten als Wiederbeschaffungsdauer angegeben sind.

In besonderen Fällen erstreckt sich die Dauer bis zur erstmöglichen Gelegenheit das neu beschaffte Fahrzeug zuzulassen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Kraftfahrzeugzulassungsbehörden vieler Innenstädte nur noch nach vorherigem Termin Fahrzeuge zulassen. Hierbei werden Terminwartezeiten von bis zu vier Wochen fällig.

Wertminderung

Wenn Sie Geschädigter eines Verkehrsunfalles sind, haben sie regelmäßig auch einen Anspruch auf Schadensersatz wegen Wertminderung. Ein Unfallfahrzeug ist eben nicht mehr unfallfrei und muss daher auch bei einem späteren Verkauf als Unfallwagen deklariert und verkauft werden. Dies führt zu einer Wertminderung auf dem Fahrzeugmarkt. Bei einem unverschuldeten Unfall müssen Sie diese Ausfallkosten jedoch nicht selbst tragen.

Handelt es sich um erhebliche Beschädigungen eines Fahrzeuges, was zum Unfallzeitpunkt nicht älter als 5 Jahre ist und nicht mehr als 100.000km Gesamtlaufleistung aufweist, wird vom Sachverständigen ermittelt, um welchen Betrag der Wert des Fahrzeugs auch in einem späteren reparierten Zustand gemindert ist. Dieser Betrag steht Ihnen als Geschädigtem ebenfalls zu und ist von der Versicherung auszugleichen.

Nebenkosten

Neben den Hauptkosten bei der Unfallregulierung entstehen auch immer wieder Nebenkosten oder andere Kollateralschäden. Ist der Unfall nicht von Ihnen verschuldet, so hat die gegnerische Unfallversicherung den kompletten Schaden und damit auch alle anfallenden Nebenkosten zu regulieren.

Musste Ihr Fahrzeug z.B. vom Unfallort abgeschleppt werden, weil es nicht mehr fahrbereit und verkehrssicher war, so steht Ihnen Anspruch auf Erstattung der Abschleppkosten zu. Die Standkosten für den Unfallwagen sowie etwaige Kosten für Verwertung und Entsorgung sind ebenfalls von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu tragen. Ferner haben Sie – je nach dem, wo sich der Unfall ereignet hat – auch einen Anspruch auf Erstattung der Beförderungskosten zu ihrem Wohnort.

Ihr Erstattungsanspruch auf Nebenkosten erstreckt sich auch auf Kosten für Abmeldung des verunfallten sowie Zulassung und Beschilderung des neuen Fahrzeuges. Auch der Tankinhalt des verunfallten Fahrzeuges kann hier in Ansatz gebracht werden, sofern es sich nicht gerade um die letzten Liter handelt.

Ferner steht Ihnen die allgemeine Kostenpauschale für Kommunikation wie z.B. Porto- und Telefonkosten i.H.v. 25,00€ sowie die Kosten für ihren Rechtsanwalt und das Sachverständigengutachten zu.

Kaskoversicherung

Sollte es Probleme mit der Regulierung hinsichtlich der Einstandspflicht der gegnerischen Haftpflichtversicherung geben oder gar eine gerichtliche Durchsetzung der Ansprüche erforderlich sein, kann sich das Verfahren unter Umständen einige Monate hinziehen.

Möchten Sie so lange jedoch nicht warten, kann es manchmal sinnvoll sein, zunächst die eigene Kaskoversicherung in Anspruch zu nehmen und den Schaden hier regulieren zu lassen, um zumindest den Fahrzeugschaden ersttatet zu bekommen.

Die anfällige Selbstbeteiligung, die Hochstufung in der Schadenfreiheitklasse und den Beitragssätzen sowie die nicht erstatteten Schadenspositionen können dann zu einem späteren Zeitpunkt beim Unfallgegner geltend gemacht werden (sog. Quotenvorrecht).

Schmerzensgeld und weitere Ansprüche

Da die Gegenseite sämtliche aus dem Unfall resultierenden Schäden und Folgeschäden zu ersetzen hat, muss sie auch für immaterielle Schäden haften. In der Praxis kommt es hierbei immer wieder zu Schmerzensgeldzahlungen.

Neben der Schmerzensgeldforderung stehen Ihnen jedoch auch Ansprüche für etwaige Folgeschäden zu. Außerdem haben Sie Anspruch auf Ersatz der Kosten für Heilbehandlung und Rehabilitation sowie Haushaltsführungsschäden, sofern sie in Folge des Unfalls einige Zeit nicht in der Lage sind, sich selbst zu versorgen und Ihre Haushaltsführung zu bestreiten. Bei besonders schwerwiegenden und irreversiblen Befunden haben Sie auch Anspruch auf eine Geschädigtenrente.

Wenn Sie infolge eines Verkehrsunfalles derart verletzt sind, dass Sie arbeitsunfähig werden, haben Sie in jedem Falle Anspruch auf Lohnfortzahlung in voller Höhe. Sollten Sie selbständig sein und kein Angestellter, käme für sie ein etwaiger Anspruch wegen Verdienstausfalls oder Entschädigungen wegen entgangenem Gewinn Betracht. Die entstandenen Schäden bzw. der entgangene Gewinn müssen nachvollziehbar dokumentiert und beweisbar sein. Wenn Sie aufgrund von Arbeitsunfähigkeit etwaigen Unterhaltsansprüchen ausgesetzt sind, haben Sie auch hier einen Anspruch auf Zahlung von Unterhalsschaden.

Jeder Körper reagiert auf gewaltsame äußere Einwirkungen anders. Bei einigen machen sich wenige Sekunden nach dem Unfall schon Beschwerden bemerkbar, andere stehen noch unter Schock und klagen erst im Laufe des Tages oder Folgetages über Schmerzen.

Gehen Sie bitte bereits bei Unwohlsein, Übelkeit oder Beschwerden im Kopf-, Nacken- oder Rückenbereich zum Arzt und lassen Sie eventuelle Befunde abklären. Lassen Sie sich alles dokumentieren, einen ärztlichen Bericht erstellen und ggf. ein Attest über Ihre Arbeitsunfähigkeit ausstellen. Nur so können unfallbedingte Verletzungen und Beschwerde nachvollziehbar dokumentiert und später als Schmerzensgeldforderungen in Ansatz gebracht werden.

Ihre Schadensersatzansprüche im Bereich der Personenschäden sind breit gefächert. Nur eine frühzeitige und umfassende Beratung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt garantiert Ihnen die Durchsetzung all Ihrer Ansprüche.

Daher kann ich Ihnen nur empfehlen so schnell wie möglich Kontakt mit mir aufzunehmen, wenn Sie Geschädigter eines Unfallereignisses sind. Je schneller wir agieren, desto besser und effizienter kann ich Ihre Ansprüche für Sie durchsetzen. Sprechen Sie mich gern an.

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